Das Bacharacher Winzerfest war das erste seiner Art am Rhein. Gäste aus aller Welt reisten an am ersten Wochenende im Oktober. Jedes Jahr ebenfalls vor Ort: Verwandtschaft aus Übersee. Das Fest war auch großes Familientreffen. In seinen letzten Jahren prägte …. Kauer mit historischen Motto-Wagen das Gesicht des Festumzuges. Großer Sympathieträger war bis zuletzt: die von Iwan Arkoff trainierte Winzertanzgruppe. Sie tanzte europaweit für Bacharach.

Wer an der Straße wohnte, streckte den Kopf aus dem Fenster und ergötzte sich am spektakulären Aufmarsch eines schier nicht enden wollenden Spaliers von Spielmannszügen und Blaskapellen aus ganz Deutschland und den farbenprächtigen Tanzeinlagen von Folkloregruppen befreundeter Städte. Gastronomie, Hotels, Pensionen und private Unterkünfte machten das Geschäft des Jahres. Jedes freie Bett war belegt!
Im „kalten Keller“ (Familie Altmos) in der „Unnergasss“ gabs noch Fremdenzimmer ohne Dusche und WC und Waschgelegenheit für alle auf dem Flur. Offenbar hats niemanden gestört. Die Gäste kamen alle wieder.

„Obergass“ und „Unnergass“ waren gepflastert mit Wein- und Wurst-Ständen, die Winzer hatten Keller und Straußwirtschaften geöffnet. Der Wein „floss in Strömen“.
Es war die Zeit der Lieder. Hit der Zeit bis in die sechziger Jahre war der Ohrwurm: „Einmal am Rhein“. Die Gäste kamen singend an und zogen singend wieder ab. Man gab sich weinselig ohne Ende aber gesittet. Saufen bis zur Besinnungslosigkeit war noch nicht „in“. Man kannte noch den „schönen Suff“. Undenkbar damals war entfesseltes Randalgehabe von heute.

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Die Winzertanzgruppe zog montags mit der traditionellen „Brunnenfahrt“ durch die Stadt. Getanzt wurde auf den Spuren eines alten Brauches an den alten Brunnenstellen. Anschließend hatten die Bacharacher die Stadt für sich alleine. Gefeiert und gesungen wurde bis in die frühen Morgenstunden.
Der Montag war für viele Einheimische einschließlich der Verlorenen aus Übersee so bedeutsam wie das ganze Fest!
Gedreht hat ihn Wilhelm Scherb, Sohn Peter (Esso-Tankstelle an der B9) hat ihn ausgegraben und damit ein Glanzlicht auf dem Seniorenabend im Dezember 2019 gesetzt. Die Qualität kann freilich nicht von heute sein, aber die Stimmung kommt voll rüber.
Im Bild unten macht sich Ulla Scherb, heute …………………. Tänzerin der Winzergruppe, stadtfein für den Umzug.


Anstatt im großen Festzelt am Rheinufer, wurde in der neu gebauten, großen Stadthalle gefeiert (Foto Wandebemalung unten). Eifrige Bedienung war auch immer „Fülwers Gusch“, 1. Vorsitzender der Arbeiter Wohlfahrt.

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Die Wandbemalung der Stadthalle wurde nach einer Vorlage des Malers …………………gefertigt. ……………………………war viele Jahre auch der große Meister für die künstlerische Gestaltung der Motive auf der Festwagen. Besonders die schwungvolle Eleganz seiner Schriftzüge aus filigranen Hiroglyphen verpassten dem Umzug eine besonders festliche Note.
als .…. …………………Klotz (unten) sich unbeirrt mit dem kleinen Sohnemann in das Gedränge wagte. Am Bahnhof gegenüber rollte derweil ein Sonderzug nach dem anderen ein.

Hier …………………………

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Der Rodekurth hatte seine Schneiderwerkstatt im städtischen Haus, das im Rathaushof an den Kühlberg grenzt. Dort saß er beim Nähen noch wie Meister Wippel aus dem Märchenbuch im perfekten Schneidersitz auf einem ellenlangen Tisch.

Durch die stets offene Wohnungstür entging ihm keine noch so flinke Seele, die unbemerkt durch´s Treppenhaus zu huschen wagte.
Auch die Somme spielte mit und flutete die „ebsch Seit“ mit goldenem Licht (unten)
Ein Anblick, der längst Geschichte ist: Die Wingerte kriechen bis zum Gipfel, die Flugereinigung hat noch nicht zugeschlagen.


Wer es sich leisten konnte, verschönte sein Anwesen mit besonders anspruchsvollen Festschmuck: das WEINGUT CARSTENSEN (vis-á-vis des Rathauses) begrüßte seine Gäste mit einem weit ausladenden Transparent über dem Eingangstor (unten).


Kurt Jost, Weingut Jost von „hinnerm Tor“, Opa von Sabine Jost, Nostalgie-Cafe
…………………….JOST, Weingutsbesitzer „von hinnerm Tor“repräsentierte denkbar würdevoll den Gott des Weines. Auf einem Weinfest in Caub holte seine zündende Begrüßungsansprache gar einmal die Gäste von den Stühlen.

Bacchantinnen:
Marita Petry (heute …..), links,
Edith Laudert, heute …….,
Waltraud Silbach (heute ….), ganz rechts
führte traditionell den Umzug an, vorneweg trabet der Herold hoch zu Ross.

Die Gäste liefen kreuz und quer über die „Obergass“, fingen an zu tanzen (freilich Walzer) und tapsten schreiend in die „Pferdeäppel“.
Nicht jeder Gaul war Freund von fetzigen Trompetenstößen und geübt im Umgang mit größeren Menschenmassen.

Beim Umzug mitzuwirken, war ein heimatpatriotisches Bedürfnis und zählte noch als Ehre. Die Plätze auf den Wagen waren heiß begehrt. Voranmeldungen von bis zu einem Jahr waren die Regel!

Heide Hönel

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Der Dress war dem festlichen Ereignis angepasst, absolut nicht „in“ waren legerer Freizeitlook oder lässige Jeans. Man war noch weitgehend „per Sie“, für´s lockere Du brauchte es mindestens das dritte Gläschen Wein.

Gast von auswärts zwischen zwei Festwagen: glücklich beschickert mit Gummi-Hammer und Glücksschwein in der Hand (begehrte Souvenirs von damals)

Karin Zacher, Cousine von Rita Heep (heute Bumke)

Kostümverlei des Wiesbadener Theaters, Karin Zacher

Ehepaar „von hinnterm Tor“ (ehemalige, Alte Mühle)

… …………………Nau Weingut Knebel (oben) gab sich auch Alltag standessicher: Er ritt parcours vor aller Augen und stigerecht mit weißen Handschuhen auf einem rassigen Trakhener. Ort des Ereignisses: der Trampelpfad am rheinseitigen Fuß des Bahndamms auf Höhe des „Musiktempelsche“.

ganz links: Gertrud Moog, heute ………), Brigitte Volkert, heute ……
Die Tänze waren das temperamentvolle Gegenteil der sittsamen Folklore und absolut bühnenreif.

Ulla Scherb, heute ……………

Sigrid Fuhrman (heute Herrmann)

christel Eckstaedt
sogar die Lehrerin Frau …. Franz (hinten links) ist als Schutzengel mit dabei für die kleinsten ……..

Blauweiße Wimpel flattern von den Fensterbänken und überall baumelt ein Heer von roten Lampions
Nicht jeder lebt mehr(unten) …Thoms, Eckstäedt

So beispielssweise Manfred Petry unten im Bild noch als Mundschenk. Später……………….





Bratwursstand Joste Metzer mit Eckhard und Seppl




„kleiner Winzer“ Udo Hofmann (vom Lehrling auf der Stadtverwaltung Bacharach zum Angestellten der VG Rhein-Nahe


„Presse Heiner“ (unten rechts) aus „Nauheim“, nur drei Häuser „starker“ Ortsteil von Steeg

in weißem Hemd und Krawatte – Besuch „von hinnerm Tor“ Prasse Heiner












